Ein Magnetresonanztomograph (MRT) produziert mithilfe von Magnetfeldern und Hochfrequenzradiowellen einen dreidimensionaler Datensatz, der per Computer in Bilder übersetzt werden. In den vergangenen Jahren wurde es durch Weiterentwicklungen an den Tomographen und der Computersysteme möglich, auch bewegte Organe wie das Herz zu untersuchen.
Der Vorteil des MRT ist, dass sich die Anatomie und Funktion von Organen und Geweben in nur einer einzigen Untersuchung darstellen lassen. Man kann beispielsweise gleichzeitig sehen, ob ein Gefäß verändert ist und der Herzmuskel richtig versorgt wird.
Nach einem Herzinfarkt arbeiten Teile des Herzmuskels nicht mehr ausreichend. Mit Hilfe des MRTs kann man unterscheiden, welche Gewebeteile schon abgestorben sind und welche nicht.
Das MRT eignet sich sehr gut, um Veränderungen jener Herzkranzgefäße aufzudecken, die direkt von der Aorta abzweigen. Ausbuchtungen (Aneurysmen) in der Gefäßwand, Blutgerinnsel sowie Entzündungen lassen sich ebenfalls sehr gut darstellen. Kalkablagerungen sind dagegen nicht sichtbar.
Während der Untersuchung wird manchmal ein Medikament verabreicht, das die Herztätigkeit steigert und eine Belastungssituation simuliert (Dobutamin-Stress-MRT). Man können so erkennen, wie viel Blut durch die Herzkranzgefäße unter Belastung fließt. Die Gefährlichkeit und die Auswirkungen einer Verengung an den Gefäßen lassen sich so besser einordnen, denn nicht jede Verengung muss therapiert werden.
Das MRT ist hier eine Alternative zur Myokardperfusions-Szintigraphie. Der Patient erhält Medikamente, die eine Belastung des Herzens hervorrufen. So ist erkennbar, wie gut der Herzmuskel durchblutet ist und welche Herzbereiche unter Belastung nicht ausreichend versorgt werden (Adenosin-Stress-MRT).
Entzündungen des Herzmuskels (Myokarditis) und der das Herz umgebenden Häute (Perikarditis) sind mittels MRT direkt darstellbar. Die Entzündung ist als verändertes Gewebe sichtbar.
Dokument-Datum: unknown Autor: Ahmed Koujan
| Zurück zum Seitenanfang | Zur Navigationshilfe